Wheelchair on tour

Reisen im Rollstuhl: Geht nicht – gibt's nicht

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Tour Tag 4: Tour de Møn (Bergetappe)

Der Plan: Møns Klint

Der Plan war gut: zwei Nächte in Stege übernachten, um Zeit zu haben, die Halbinsel Møn zu erkunden. Highlight sollten hier die Kreidefelsen Møns Klint sein. Die haben wir also als Ziel auserkoren.

Der Weg: Eine einzige Bergetappe

Hügel auf Mon

Noch’n Hügel

Der Weg ging zwar sehr malerisch auf ruhigen Wegen durch idyllische Felder, leider hatten wir aber auch wieder mit recht steilen Anstiegen samt Gegenwind zu tun. Ohne Radstandsverlängerung wäre hier nichts gegangen, und auch über die Motorunterstützung waren wir sehr froh, obwohl wir ja ohne Gepäck unterwegs waren.

Møns Klint: War nix

Zu den Kreidefelsen haben wir es letztendlich nicht geschafft. Zum Schluss teilt sich der Weg in einen Weg für Fahrräder und Fußgänger und einen für Autos auf. Brav nahmen wir den für Fahrräder und standen recht bald vor einer Steigung, die auf dem unbefestigten Weg auch mit Radstandsverlängerung, Motor und dem besten Willen nicht mehr zu machen war.

Da wir keinen dringenden Bedarf mehr verspürt haben, uns in die Autokarawane einzureihen und uns auf der Straße den Berg hochzuquälen, haben wir auf Møns Klint verzichtet.

Wenn Ihr sie sehen wollt, fahrt lieber mit dem Bus zu Møns Klint, oder Ihr versucht auf die letzten Meter die Straße, da wissen wir aber nicht, ob das funktioniert.

Schild Ostersoradweg

Schild 1 deutet direkt auf…

Hübscher Rückweg: War auch nix

Nun wollten wir ja wenigstens noch einen landschaftlich schönen Rückweg nehmen… da ist uns dann mal wieder

Schild Sackgasse

Schild 2. Nr. 2 hat Recht.

die extravagante Beschilderung dazwischen gekommen. Nur soviel: Wenn Ihr den Østersøradweg nehmt, das Schild in einen Feldweg führt und Ihr gleichzeitig ein Sackgassenschild seht, glaubt dem letzteren. Das erspart Euch viel Geholper, einen Weg, auf dem Ihr früher oder später garantiert nicht mehr weiter kommt, und einen Rückweg, bei dem das Ganze dann auch noch bergauf geht…

Abendessen: War gut

Nach diesem höchst erfolgreichen Tag haben wir zumindest gut gegessen: Gleich ums Eck vom Motel Stege ist das Hotel Møen, in dessen Hinterhof man sehr schön sitzt. Machbar leider nur bei schönem Wetter, als Rollstuhlfahrer kommt man, soweit wir gesehen haben, nicht rein. Das Essen war aber wirklich lecker. Wenn Euch das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, ist das Hotel Møen sehr zu empfehlen.

 

 

Tour Tag 3: Mit Gegenwind nach Stege

70 km nach Stege

Am dritten Tag der Tour stand die erste längere Strecke auf dem Plan, 70 km überwiegend an der Küste entlang von Rødvig nach Stege auf der Halbinsel Møn. Da 70 km mit Gepäck doch an der Obergrenze dessen ist, was wir noch unter Urlaub und nicht unter Sport verstehen, haben wir uns hauptsächlich aufs Fahren konzentriert und wenig Sehenswürdigkeiten mitgenommen.

Die Strecke

Landschaft zwischen Rodvig und Stege

Die Ostsee im Blick

Die Strecke ist landschaftlich weiterhin wunderschön und auch die Beschilderung funktioniert wieder. Ein Schild fehlte oder wir haben es übersehen und sind prompt falsch gefahren, das hat uns aber nur ein paar Kilometer mehr an der Bundesstraße beschert.

Die Strecke zwischen Fakse Ladeplads und Nysø an der Bundesstraße entlang, auf die im Bikeline-Reiseführer wegen der hohen Autodichte hingewiesen wird, ist übrigens dank (offenbar relativ neuer) auf die Straße gemalter Radstreifen deutlich entschärft worden.

Die letzten 20 km nach Stege sind geprägt von vielen kurzen, aber steilenAnstiegen, die uns noch durch zusätzlichen böigen Gegenwind versüßt wurden.

Kleine Anstiege auf dem Weg nach Stege

Handbiker am Hügel

Zusätzlich ist die Bundesstraße zum Ende hin wirklich stark befahren, diesmal ohne Radstreifen, so dass wir dann doch froh waren, heile in Stege angekommen zu sein.

Motel Stege – endlich klappt mal was

Gebucht hatten wir ein Zimmer im Motel Stege, und hier haben wir zur Abwechslung mal bekommen, was uns versprochen wurde: ein Zimmer, das zwar ganz sicher nicht DIN-Norm konform barrierefrei ist, aber ohne Stufen zu erreichen (auch das Badezimmer). Das Bad ist etwas eng, aber wir sind mit dem Zimmer gut zurecht gekommen. Das Motel hat ein bisschen Jugendherbergsflair, dafür ist es recht preiswert, sauber und es gibt eine Küche zum selber kochen. Also durchaus eine Empfehlung, wenn Ihr mit Bädern ohne spezielle Ausstattung klarkommt.

Tour Tag 2: Auf nach Rødvig (mit Schildern)

Die Strecke: super!

Tag zwei der Tour sollte uns von Køge nach Rødvig führen. Das Beschilderungsproblem scheint sich auf den Großraum Kopenhagen zu beschränken (oder wir finden die kleinen und unkonventionell aufgestellten Schilder jetzt besser), jedenfalls konnten wir die nur 38 km lange Strecke gut finden.

Der Weg ist durchweg gut ausgebaut und mit wenig Autoverkehr und so gut wie keinen nennenswerten Steigungen, so dass man es hier sehr gemächlich angehen kann und die zahlreichen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke besichtigen sollte.

Schloss Vallø

Blick in den Innenhof von Schloss Vallø

Blick in den Innenhof von Schloss Vallø

Schloss Vallø liegt direkt an der Strecke und ist wirklich einen Beuch wert, der Park und der Innenhof sind frei zugänglich, das Schloss selbst allerdings nicht.

 

Stevns Fyr

Der Leuchtturm Stevns Fyr

Der Leuchtturm Stevns Fyr

Ebenfalls direkt am Weg liegt der Leuchtturm Stevns Fyr. Hier ist natürlich letztendlich nur bestaunen von unten möglich, aber das solltet Ihr Euch schon gönnen.

Natur, Natur, Natur

Abgesehen von den touristischen Sehenswürdigkeiten bietet die Strecke eine wunderschöne Landschaft in teilweise unberührter Natur mit vielen Pflanzen und Tieren entlang des Weges. Einfach ein Tag zum Seele baumeln lassen, besonders wenn das Wetter so gut ist wie bei uns.

Landschaft zwischen Koge und Rodvig

Das Hotel: ein Reinfall

Leider hatte der schöne Tag einen etwas ärgerlichen Abschluss. Wir hatten ein

Rampe im Rødvig Kro

„Rampe“ im Rødvig Kro. Ja, es ist eine Europalette.

rollstuhlgerechtes Zimmer in der Stevns Klint Strandpension gebucht. Da es dort keine Rezeption gibt, sollte der Schlüssel im Rødvig Kro abgeholt werden. Dazu gehört die Strandpension offensichtlich.

Beim Versuch, den Schlüssel zu kriegen, wurde mir eröffnet, dass wir doch im Hotel selbst übernachten, und zwar im zweiten Stock. Die nicht ganz unwichtige Information, dass wir mit Rollstuhl unterwegs sind, ist leider irgendwo verloren gegangen…

Wir haben dann zwar ein Zimmer im Erdgeschoss gekriegt, allerdings nur über eine Stufe erreichbar (bzw. dann über eine sehr provisorische Rampe), muffig riechend und mit einer Schwarzschimmelzucht im Badezimmer. Ehrensache, dass wir den vollen Preis dafür bezahlen durften.

Dusche mit Schimmel im Rødvig Kro

Dusche im Rødvig Kro

Alles in Allem also eine klare Warnung vor diesem Hotel. Wer was besseres kennt, immer her damit!

Tour Tag 1: Schnitzeljagd nach Køge

Tag 1 unserer Tour sollte uns von Kopenhagen nach Køge führen. Laut Reiseführer eine gut ausgeschilderte Route auf gut ausgebauten Wegen. Also dann, einen groben Überblick über den Streckenverlauf verschafft, das (ausgezeichnete) To-Go-Frühstück im Hotel besorgt und losgezogen, bevor der Andrang am Lift den Gepäcktransport verhindern kann.

Start Handbike Tour Kopenhagen Berlin

Los geht’s!

Gut ausgeschildert?

Unsere Erfahrung deckt sich leider absolut nicht mit der Beschreibung im Reiseführer. Die Beschilderung ist… lückenhaft. Oder zu hoch für uns.

Zuerst die Theorie: Man fährt in Kopenhagen die Nationalroute 6, bis man in Brøndby Strand auf die Nationalroute 9 trifft. Die Routen laufen lange parallel, wenn sie sich trennen, verfolgt man die Route 9 bis Deutschland, wo der Radweg dann mit dem Berlin-Kopenhagen-Logo markiert ist.

Grau ist alle Theorie

Besorgt Euch eine Karte und fahrt damit. Benutzt Google-Maps. Merkt Euch die Orte an der Strecke und fragt Euch Ort für Ort durch. Sollte alles klappen. Verlasst Euch NICHT auf die Schilder. Bzw., wenn Ihr eins findet, könnt Ihr ruhig da lang fahren, wenn Ihr keins findet, heißt das aber auch nichts.

Manchmal ist der Radweg wohl ausgezeichnet, an der nächsten Kreuzung dann aber nicht mehr, da müsst Ihr dann die Richtung anderweitig bestimmen. Wir sind mit einer Mischung aus Karte und Leute fragen ganz gut zurechtgekommen. Wirklich ein ganz großer Pluspunkt: die Jogger, Radfahrer und Spaziergänger, die wir gefragt haben, waren ausnahmslos sehr hilfsbereit.

Der Weg: Schön!

Wenn man nicht gerade mit Navigationsfragen beschäftigt ist, ist der Radweg aber landschaftlich wirklich schön, teilweise an der Küste entlang, teilweise durch schöne Dünen- und Wiesenlandschaften. Der Weg ist zum großen Teil mit gutem Belag asphaltiert, stellenweise fährt man auf gut befestigten Schotterwegen, die aber auch mit Anhänger gut zu fahren sind (trotzdem habe ich irgendwo da die obere Hälfte meiner Anhängerfahne eingebüßt…).

Schluss mit lustig

Zwischen Hundige und Greve Strand sollte man sich laut Radweg eigentlich von der Küste weg bewegen und auf einer idyllischen Route weiter fahren. Nachdem wir bei der zweiten Abzweigung schon wieder Beschilderungsprobleme hatten, haben wir uns zur Nervenschonung entschieden, den Radweg entlang der 151 direkt nach Køge zu nehmen. Das ist zwar landschaftlich nicht so wahnsinnig schön, hat aber wenigstens problemlos geklappt.

Køge Strand – Das Hotel

In Køge hatten wir kein komplett barrierefreies Hotel gefunden, so dass wir ein Hotel gebucht haben, das Zimmer im Erdgeschoss hat: Hotel Køge Strand. Das Hotel an sich ist wunderschön in den Dünen gelegen und hat zusätzlich den Vorteil, dass es direkt am Radweg liegt. Deutlicher Nachteil ist die Barrierefreiheit. Die Türen zum Badezimmer (Toilette und Bad getrennt) sind schmaler als normal.

Die Toilette kann man mit Ach, Krach und Überwinden einer ca. 5 cm – Schwelle

Enge Tür im Hotel Koge Strand

Maßarbeit in der Klotür

mit einem Aktivrollstuhl normaler Breite erst nach Aushängen der Tür erreichen. Hier hat allerdings die Rezeption beim Aushängen sehr unbürokratisch geholfen – Danke! Das Bad (nur Badewanne) ist per Rollstuhl gar nicht zu erreichen, das Bett steht zu eng dran.

Wer allerdings noch etwas laufen kann, ist hier wirklich gut aufgehoben, das Zimmer ist groß mit Platz auch für die Fahrräder, es gibt eine Garage (z.B. für unsere Anhänger) und das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Highlight  ist das Frühstück, da ist alles frisch, nichts ist aus der Tüte und es ist genug Platz zum Navigieren da.

Wer eine bessere Unterkunft für Rollstuhlfahrer in Køge kennt: Schreibt uns, damit der nächste es leichter hat!

Køge: Unbedingt ansehen!

Fußgängerzone in Koge

Fußgängerzone in Koge

 

Sofern Ihr Euch beim Verfahren nicht zu sehr verausgabt habt, solltet Ihr Euch Køge unbedingt ansehen. Die Altstadt ist sehr alt und schön restauriert, am Hafen kann man gut essen und trinken. Wir waren im Huitfeldt und waren zufrieden. Ich empfehle den gebratenen Hering. Zu empfehlen allerdings nur bei gutem Wetter, die imposante Stufe am Eingang dürfte die meisten Rollstuhlfahrer abhalten.

Tag 4 in Kopenhagen – kreuz und quer durch Kopenhagen

Ohne Plan durch Kopenhagen

Am letzten Tag in Kopenhagen wollten wir das bessere Wetter genießen und sind einfach kreuz und quer durch die Stadt gefahren, haben noch mal Christianshavn genossen und schon mal den Anfang des Radweges Richtung Berlin ausgekundschaftet.

Dome of visions

Besonders interessant war dabei der dome of visions, der auf dem Platz vor der Bibliothek aufgebaut war. Der Dome of visions ist ein Experiment zum zukünftigen, energieeffizienten Wohnen, auf Basis einer geodätischen Kuppel, auf Basis der Studien von Buckminster Fuller (die Bar vor Ort heißt folgerichtig auch Bucky’s Bar).

Dome of visions in Kopenhagen

Dome of visions in Kopenhagen

Im dome of visions findet man zum Einen Informationen zum Projekt, zum Anderen aber auch mehrere Künstler, denen man bei der Arbeit über die Schulter sehen kann, eine Galerie mit deren Werken, sowie eine gemütliche Sitzecke. Im Obergeschoss war auch noch was, das war aber leider für Rollstuhlfahrer nicht zu erreichen.

Dank Pflanzen an den Außenwänden herrscht im dome of visions ein sehr angenehmes Klima. Wenn so die Zukunft aussieht, bin ich dabei…

Der dome of visions wird vermutlich irgendwann wieder abgebaut, aber solange er noch in Kopenhagen steht, solltet Ihr Euch den nicht entgehen lassen. Das Erdgeschoss funktioniert mit Rollstuhl gut und gibt ein Gefühl, wie wir in Zukunft wohnen könnten.

Tag 3 in Kopenhagen: Christiania und Fahrradreparatur

Auch die Freistadt Christiania wollten wir uns während unseres Kopenhagenbesuchs nicht entgehen lassen. Diese in den 70ern bestimmt mit edlen Zielen gegründete autonome Gemeinde hinterlässt bei uns einen etwas zwiespältigen Eindruck. Offensichtlich sind zuallererst einmal die Touristenmassen, in die wir uns ja brav eingereiht haben. Es fallen aber doch auch die vielen „verlebten“ Gestalten auf, die in Christiania zu sehen sind. So ganz einfach scheint das alternative Leben dem ersten Anschein nach auch nicht zu sein.

Schön sind die teilweise liebevoll gestalteten Häuser, teils mit kleinen Nutz- und Ziergärten:

Häuschen mit Garten in Christiania

Häuschen mit Garten in Christiania

 

Im „Green Light Distict“, in dem weiche Drogen gehandelt werden, waren wir auch (da darf und sollte man aber nicht fotografieren). Und ich muss ganz ehrlich sagen, dass der Unterschied zum Görlitzer Park oder der Hasenheide für die geübte Berlinerin nicht so erkennbar war, die Sympathieträger hatten wohl gerade frei.

Abgesehen davon hat uns in der gesamten Freistadt das Gefühl nicht losgelassen, dass auch hier hauptsächlich Geld verdient werden muss, sei es mit Fahrradbau, Hippiekitschmärkten oder mit Drogenhandel, aber ich muss zugeben, dass wir uns auch nicht näher mit der Sache beschäftigt haben.

Werbung für Christiania-Aktie

Irgendwoher muss das Geld ja kommen

Raus aus Christiania hat sich erst mal mein Schaltzug verabschiedet, so dass ich das anschließende Stadtbummeln spontan mit einem Fixie absolvieren durfte.

Handbike Schaltzug kaputt

Schaltzugreparatur

Nachmittags war also eine spontane Fahrradreparatur in der Hotellobby angesagt. Hier noch mal ein Lob ans Tivoli-Hotel, das hat keinen weiter aufgeregt, ich weiß nicht, ob das in jedem Hotel so möglich gewesen wäre.

Tag 2 in Kopenhagen: Licht und Schatten im Tivoli

Der Tivoli gehört zum Kopenhagenbesuch, aber…

Urlaub in Kopenhagen, ohne im Tivoli gewesen zu sein geht nicht. Sagen alle. Also wollten wir uns den Vergnügungspark in Kopenhagens Zentrum am zweiten Tag ansehen.

Tivoli in Kopenhagen

Die Preisgestaltung im Tivoli: Sowohl Rollstuhlfahrer als auch Begleitpersonen zahlen den vollen Eintrittspreis, für die Fahrgeschäfte muss man nochmal extra zahlen. Hier würde dann die Begleitperson umsonst mit dürfen.

Fahrgeschäfte? Wir müssen leider draußen bleiben

Karussell im Tivoli Kopenhagen

Wer hoch hinaus will…

Theoretisch, denn wir haben kein einziges Fahrgeschäft gefunden, das von kompletten Rollstuhlfahrern benutzbar gewesen wäre. Wer noch ein wenig laufen kann, darf den Ausgang statt dem Eingang benutzen, um die Warteschlange zu umgehen. Dann den Behindertenausweis sowie das Ticket für die Fahrt beim Personal vorzeigen bzw. abgeben, dann kann es losgehen. Vorsicht: Auch wenn Euch erzählt wird, dass Ihr nur ein paar Schritte laufen können müsst, können die paar Schritte auch eine ziemlich lange Treppe sein.

Treppe im Tivoli Kopenhagen

… sollte ein „paar Schritte“ laufen können

 

Also guckt Euch gut an, ob ihr das hinkriegt, bevor Ihr Tickets kauft!

Barrierefreiheit? Modernes Zeugs

Auch sonst merkt man einfach, dass der Park aus einer Zeit ist, in der Barrierefreiheit kein Thema war. Die Wege im Tivoli sind teilweise recht steil (sogar der zur Behindertentoilette), viele Läden sind nur über Stufen erreichbar. Wenn es

steile Rampe zum Restaurant im Tivoli

Rampe zum Restaurant im Tivoli

Rampen gibt, sind diese so steil, dass man ohne Hilfe keine Chance hat. Es ist natürlich klar, dass man einen historischen Vergnügungspark mitten in der Stadt nicht komplett und für alle zugänglich umbauen kann.

Umso ärgerlicher fanden wir es aber, dass die Begleitperson voll zahlen muss. Sie ist bei Rollstuhlfahrern, die mehr Hilfe benötigen, wirklich gut beschäftigt.

Der Tivoli kann sich trotzdem lohnen

Ansonsten ist im Tivoli eine schöne Atmosphäre und es gibt viel zu gucken in dem wirklich schön gestalteten Park. Besonders abends, wenn es dunkel wird, ist der Tivoli schön beleuchtet.

Abendliche Beleuchtung im Tivoli Kopenhagen

Abendliche Beleuchtung im Tivoli

Gegessen haben wir, nachdem wir die Rampe am Eingang des Restaurants überlebt haben, auch gut (und natürlich enorm teuer). Ihr solltet Euch aber gut überlegen, ob Euch der Tivoli den Eintrittspreis von 99 Dkk wert ist, mehr als gucken und kaufen wird für die meisten nicht drin sein.

Tag 1 in Kopenhagen – Meerjungfrau und Regensachentest

Nachdem der Vormittag noch mit Restgepäck ins Zimmer bringen und Mietwagen abgeben gut gefüllt war, wollten wir nachmittags endlich etwas von Kopenhagen sehen. Das wichtigste zuerst, also machten wir uns auf den Weg zur kleinen Meerjungfrau.

TOP 1: Meerjungfrau

Der Weg ist teilweise ganz hübsch und geht am Wasser lang, teilweise muss man zur Zeit baustellendbedingt auf parallele Straßen ausweichen, eine Beschilderung ist eher spärlich. Vom Hotel muss man allerdings nur am Wasser lang immer geradeaus fahren, da kann man zum Glück nicht so viel falsch machen. Wenn man in die richtige Richtung fährt jedenfalls.

Meerjungfrau mit nasser Reisegruppe

Meerjungfrau mit nasser Reisegruppe

Jungfrau im Regen

Zwischendurch wurde das Wetter wirklich sehr schlecht, wir durften also gleich an Tag 1 unsere Regenausrüstung auf Herz und Nieren prüfen – soweit alles dicht. Zur Jungfrau haben wir es natürlich auch geschafft, sehr hübsch, aber das Wetter…

Überfüllte Fußgängerzone in Kopenhagen

Kopenhagener Fußgängerzone aus Handbikesicht

Auf dem Rückweg haben wir für ein wenig Trockenheit ein Bierchen in einer Kneipe in der Altstadt getrunken und die Wirtin prognostizierte  besseres Wetter zum Wochenende. Würde ja passen,  da geht es los, also hoffen wir das Beste.

Fußgängerzone und Christianshavn

Rosige Aussichten in Christianshavn

Rosige Aussichten in Christianshavn

Den weiteren Rückweg sind wir in Schlangenlinien (nein, nicht wegen des Bieres, um ein bisschen was zu sehen!) durch die Fußgängerzone (hübsch, aber sehr voll) und Christianshavn (auch hübsch, und nicht so voll) zurückgefahren.

Das Hotel in Kopenhagen – ganz schön, aber…

Hotel Tivoli

Buchen und fluchen – der Start ist erstmal schlecht

Gebucht haben wir ein barrierefreies Zimmer im Hotel Tivoli, Schriftzug Tivolinach unseren Recherchen eines der für Kopenhagener Verhältnisse günstigeren Hotels, die barrierefreie Zimmer anbieten. Theoretisch jedenfalls, denn als nach unserer Ankunft die Verwirrung an der Rezeption stieg stellte sich heraus, dass bei der Reservierung die Info, dass wir ein barrierefreies Zimmer gebucht hatten, leider leider verloren gegangen ist. Alle barrierefreien Zimmer waren natürlich ausgebucht… super Start.

Nicht barrierefreies Badezimmer - ging aber für uns

Das Bad im nicht barrierefreien Zimmer

Nach Inspektion des „normalen“ Zimmers beschlossen wir, dass wir auch damit klar kommen, ideal ist das aber sicher nicht. Also lasst Euch bei der Buchung um Himmels Willen bestätigen, dass ein barrierefreies Zimmer reserviert ist, ich konnte auch beim wiederholten Durchlesen des Mailverkehrs nicht herausfinden, wo ich etwas falsch gemacht haben soll.

Ansonsten passt alles

Sonst ist das Tivoli aber ein Hotel, das für Rollstuhlfahrer zu empfehlen ist. Das Personal ist überwiegend hilfsbereit, drängt sich aber nicht auf (das heißt: ab und zu muss man nachfragen). Die Zimmer sind sauber und die barrierefreien Zimmer sind auch geräumig genug.

Das Frühstück, das in unserem Angebot inklusive ist, ist in Ordnung. Frühstück gibt es im riesig großen Kongresssaal als Buffet, trotz der Größe ist die Akustik zum Glück recht angenehm und auch bei vielen Frühstücksgästen wird es nicht zu laut. Das Buffet ist guter Hotelstandard, nichts weltbewegendes, aber jeder sollte was für seinen Start in den Tag finden (zum Glück auch frisches Obst, Müsli, Joghurt und so). An die Sachen, die im oberen Bereich aufgebaut sind, kommt man allerdings nicht ohne Hilfe heran, und diese Hilfe muss man dann auch recht aktiv suchen.

Großer Pluspunkt: die Gepäckaufbewahrung

Eine längere Handbiketour mit eigenem Gepäcktransport bringt halt doch einen Haufen Zeug mit sich, der erst mal untergebracht werden will. Da wir weder das Zimmer mit unseren Handbikes teilen noch die guten Stücke am hoteleigenen Fahrradständer dem Niesel- bis Dauerregen sowie neugierigen Touristen aussetzen wollten, waren wir sehr froh über den riesigen Raum zur Gepäckaufbewahrung, in dem wir die Handbikes lassen konnten.

Der Aufzug: Auf Rekordjagd

Ärgerlich sind die Aufzüge. Vier Aufzüge (eigentlich, einer war offensichtlich defekt) für zwölf Stockwerke bei gut ausgebuchtem Hotel bedeutet zu Stoßzeiten warten. Lange warten. Wenn Du es nicht ändern kannst, mach einen Sport draus: Ich habe gewonnen. 17 Minuten, bis ich zum Frühstück kam. Da wurde dann allerdings schon sehr bald wieder abgebaut. Tja…

Die Anreise: Unspektakulär, unspektakulär

Der Mietwagen: Superb

Am Sonntag habe wir schon den Mietwagen abgeholt, zum Glück sind unsere einzigen Anforderungen ein Automatikgetriebe und genug Platz für das ganze Zeug. Dank einem wirklich engagierten Europcar-Mitarbeiter (nochmal Danke!) haben wir einen Skoda Superb zu einem sehr vernünftigen Preis trotz Auslandsrückgabe gekriegt.

Voll gepacktes Auto

Viel Platz im Skoda Superb

Das Auto stellte sich als gute Wahl heraus, das Platzangebot ist wirklich gigantisch und der Superb fährt sich super. Nur beim Umsetzen aus dem Rollstuhl kriegen große Personen wegen der sehr niedrigen A-Säule Probleme mit dem Kopf, aber für einen Tag kriegt man das hin.

Die Strecke

Weil ich keine Lust auf das Warten und Rangieren mit unbekanntem Auto auf der Fähre hatte, haben wir uns für den Landweg entschieden. Die Strecke ging also von Berlin über Flensburg, Nyborg und Odense nach Kopenhagen.  Dabei benutzt man zwischen Nyborg und Slagelse die Brücke über den großen Belt. Die ist zwar mautpflichtig (nicht wundern, wenn Ihr aus Deutschland kommt, ist die Mautstation auf der anderen Seite), mit ca. 33 Euro aber immer noch billiger als die Fähre. Außerdem ist man flexibler, wenn man nicht die Fähre kriegen muss (und im Stau steht). Und es ist schon ein tolles Gefühl auf einer Brücke übers Meer zu fahren. Die Maut könnt Ihr übrigens in Euro, Dkk oder per Kreditkarte zahlen.

In Kopenhagen

In Kopenhagen fährt es sich trotz unzähliger Baustellen für Berliner Verhältnisse ganz angenehm, alleine schon weil die Dänen einen verwirrten Ausländer auch mal unkonventionell fahren lassen, ohne die Contenance zu verlieren… für Berliner sehr ungewohnt und angenehm.

 

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