Fähre fahren mit Hindernissen

„Das wird ein Pausentag, nur etwas über 30 km und zwei Stunden Schiff fahren.“ So gingen wir den Transit von Marielyst nach Rostock an. Bis zum Fährhafen Gedser stimmte das auch, die Strecke von Marielyst nach Gedser war einfach unspektakulär. Und ich hatte geschworen, dass Fähre fahren mit Fahrrädern ohne Reservierung problemlos klappt, man kann einfach, wenn man am Hafen ankommt, Tickets kaufen und rollt aufs Schiff.

Grundsätzlich würde ich das auch weiter schwören. Ich würde allerdings trotzdem

kaputter scandlines automat

Das ganze Problem in einem Bild

dringend empfehlen, Tickets vorab bei Scandlines zu kaufen. Wir hatten nämlich das Problem, dass der einzig funktionierende Ticketautomat nur Bargeld nahm. Und zwar dänische Kronen.

In Dänemark bezahlt niemand bar, da wird sogar das Eis per Kreditkarte bezahlt… und wir hatten unsere Kronen längst ausgegeben, wer fährt schon mit Fremdgeld zurück nach Deutschland.

Nun ist es so, dass der Hafen Gedser menschenleer ist. Niemand da, den man fragen könnte, ob es Alternativen gibt, keiner, den man fragen könnte, wo der nächste Geldautomat ist…

Dank dänischer Hilfsbereitschaft klappt alles

Also zurück nach Gedser City, um nach Geldautomaten zu fragen. Gibt es da keinen. Doof. Uns wurde dann bei wachsender Verzweiflung sehr unbürokratisch geholfen, Danke an die Betreffenden!

Mit ausreichend Bargeld versorgt und erfolgreich besorgten Tickets ging es dann recht problemlos auf die Fähre, wir parkten dann gemütlich zwischen LKW und Reisebussen, damit wir es nicht so weit zum Aufzug haben. Die Überfahrt selber war auch unspektakulär, schade war, dass wir nicht ins Freie konnten, der Lift geht nur bis zu den unteren Decks.

Kreuz und quer durch Rostock

In Rostock angekommen wollten wir nach dem Tickettheater eigentlich nur noch ins Hotel… tja, das war ohne Stadtplan gar nicht so einfach. Wir hatten dank Google eine grobe Ahnung von der Richtung und sind da hingefahren. Da wir das Hotel Sportforum gebucht hatten, das direkt am Ostseestadion liegt, dachten wir, dass das Stadion schon ausgeschildert sein würde. War es nicht. Zwei Einheimische, die wir nach dem Weg gefragt haben, haben wir offenbar falsch verstanden (Mühe haben sie sich gegeben, keine Frage!), so dass wir noch 15 km durch Rostock gekreist sind, ehe wir im Hotel gelandet sind.

Hotel am Sportforum Rostock: echt barrierefrei

Hotel am Sportforum Rostock

Die Deko im Zimmer stimmt

Das war dann aber ein Volltreffer, das erste wirklich komplett rollstuhlgerechte Zimmer der Reise. Es ist zu merken, dass man sich hier wirklich um Barrierefreiheit bemüht. Das Restaurant im Hotel bietet keine kulinarische Offenbarung, wenn man Hunger hat und nicht mehr weg will, ist es aber OK. Das Frühstück passt für den Preis. Außerdem merkt man hier, dass auch im Service Inklusion gelebt wird. Alles in Allem unbedingt eine Übernachtungsempfehlung.