Tag 1 unserer Tour sollte uns von Kopenhagen nach Køge führen. Laut Reiseführer eine gut ausgeschilderte Route auf gut ausgebauten Wegen. Also dann, einen groben Überblick über den Streckenverlauf verschafft, das (ausgezeichnete) To-Go-Frühstück im Hotel besorgt und losgezogen, bevor der Andrang am Lift den Gepäcktransport verhindern kann.

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Los geht’s!

Gut ausgeschildert?

Unsere Erfahrung deckt sich leider absolut nicht mit der Beschreibung im Reiseführer. Die Beschilderung ist… lückenhaft. Oder zu hoch für uns.

Zuerst die Theorie: Man fährt in Kopenhagen die Nationalroute 6, bis man in Brøndby Strand auf die Nationalroute 9 trifft. Die Routen laufen lange parallel, wenn sie sich trennen, verfolgt man die Route 9 bis Deutschland, wo der Radweg dann mit dem Berlin-Kopenhagen-Logo markiert ist.

Grau ist alle Theorie

Besorgt Euch eine Karte und fahrt damit. Benutzt Google-Maps. Merkt Euch die Orte an der Strecke und fragt Euch Ort für Ort durch. Sollte alles klappen. Verlasst Euch NICHT auf die Schilder. Bzw., wenn Ihr eins findet, könnt Ihr ruhig da lang fahren, wenn Ihr keins findet, heißt das aber auch nichts.

Manchmal ist der Radweg wohl ausgezeichnet, an der nächsten Kreuzung dann aber nicht mehr, da müsst Ihr dann die Richtung anderweitig bestimmen. Wir sind mit einer Mischung aus Karte und Leute fragen ganz gut zurechtgekommen. Wirklich ein ganz großer Pluspunkt: die Jogger, Radfahrer und Spaziergänger, die wir gefragt haben, waren ausnahmslos sehr hilfsbereit.

Der Weg: Schön!

Wenn man nicht gerade mit Navigationsfragen beschäftigt ist, ist der Radweg aber landschaftlich wirklich schön, teilweise an der Küste entlang, teilweise durch schöne Dünen- und Wiesenlandschaften. Der Weg ist zum großen Teil mit gutem Belag asphaltiert, stellenweise fährt man auf gut befestigten Schotterwegen, die aber auch mit Anhänger gut zu fahren sind (trotzdem habe ich irgendwo da die obere Hälfte meiner Anhängerfahne eingebüßt…).

Schluss mit lustig

Zwischen Hundige und Greve Strand sollte man sich laut Radweg eigentlich von der Küste weg bewegen und auf einer idyllischen Route weiter fahren. Nachdem wir bei der zweiten Abzweigung schon wieder Beschilderungsprobleme hatten, haben wir uns zur Nervenschonung entschieden, den Radweg entlang der 151 direkt nach Køge zu nehmen. Das ist zwar landschaftlich nicht so wahnsinnig schön, hat aber wenigstens problemlos geklappt.

Køge Strand – Das Hotel

In Køge hatten wir kein komplett barrierefreies Hotel gefunden, so dass wir ein Hotel gebucht haben, das Zimmer im Erdgeschoss hat: Hotel Køge Strand. Das Hotel an sich ist wunderschön in den Dünen gelegen und hat zusätzlich den Vorteil, dass es direkt am Radweg liegt. Deutlicher Nachteil ist die Barrierefreiheit. Die Türen zum Badezimmer (Toilette und Bad getrennt) sind schmaler als normal.

Die Toilette kann man mit Ach, Krach und Überwinden einer ca. 5 cm – Schwelle

Enge Tür im Hotel Koge Strand

Maßarbeit in der Klotür

mit einem Aktivrollstuhl normaler Breite erst nach Aushängen der Tür erreichen. Hier hat allerdings die Rezeption beim Aushängen sehr unbürokratisch geholfen – Danke! Das Bad (nur Badewanne) ist per Rollstuhl gar nicht zu erreichen, das Bett steht zu eng dran.

Wer allerdings noch etwas laufen kann, ist hier wirklich gut aufgehoben, das Zimmer ist groß mit Platz auch für die Fahrräder, es gibt eine Garage (z.B. für unsere Anhänger) und das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Highlight  ist das Frühstück, da ist alles frisch, nichts ist aus der Tüte und es ist genug Platz zum Navigieren da.

Wer eine bessere Unterkunft für Rollstuhlfahrer in Køge kennt: Schreibt uns, damit der nächste es leichter hat!

Køge: Unbedingt ansehen!

Fußgängerzone in Koge

Fußgängerzone in Koge

 

Sofern Ihr Euch beim Verfahren nicht zu sehr verausgabt habt, solltet Ihr Euch Køge unbedingt ansehen. Die Altstadt ist sehr alt und schön restauriert, am Hafen kann man gut essen und trinken. Wir waren im Huitfeldt und waren zufrieden. Ich empfehle den gebratenen Hering. Zu empfehlen allerdings nur bei gutem Wetter, die imposante Stufe am Eingang dürfte die meisten Rollstuhlfahrer abhalten.