Wheelchair on tour

Reisen im Rollstuhl: Geht nicht – gibt's nicht

Monat: August 2015 (Page 1 of 2)

Tour Tag 13: Heimspiel – ausrollen nach Berlin

Der letzte Berg

Die Strecke von Oranienburg nach Berlin kennen wir eigentlich schon, das ist ja in Tagestour – Entfernung. Allerdings sind wir noch nie den offiziellen Kopenhagen – Berlin Weg gefahren. Wir stellten nämlich erst jetzt fest, dass der Radweg direkt hinter Borgsdorf zu steil für Handbikes ist… Hier also unbedingt auf der Straße bleiben.

Berliner Umland – Huckelpisten

Ansonsten ist die Strecke landschaftlich schön (wussten wir ja schon, das berliner Umland lohnt sich ja immer mit dem Handbike), allerdings merkt man, dass man sich Arm-aber-sexy-Town nähert. Die Wurzelschäden und Schlaglöcher auf dem Radweg nehmen zu, die Leute werden unentspannter… ja, so kennen und lieben wir Berlin…

Ortseingang Berlin

Die Großstadt hat uns wieder. Klingt komisch – ist aber so.

Home, sweet Home, natürlich mit Begrüßungscurrywurst

In Spandau angekommen gab es erst mal eine Begrüßungscurrywurst und eine Berlin nicht ohne CurrywurstInspektion von Haus und Garten (hat alles auch ohne uns überlebt).

Tour Tag 12: Im Kriechgang nach Oranienburg

Wir hätten auch problemlos von Zehdenick direkt nach Berlin fahren können. Um den Urlaub entspannt auslaufen zu lassen, haben wir aber noch eine Übernachtung in Oranienburg eingelegt.

Wasserturm bei Zehdenick

Wasserturm bei Zehdenick

Die Etappe Zehdenick – Oranienburg ist dann allerdings so kurz, dass wir uns schon richtig Zeit lassen mussten, um nicht wieder viel zu früh am Hotel zu sein. Die Strecke geht durch sehr schöne Landschaft am Vosskanal lang. Kurz nach Zehdenick hat man sehr schön den Wasserturm im Blick.

Übernachtet haben wir im Stadthotel Oranienburg. Das Zimmer war völlig in Ordnung, aber unspektakulär, das Personal ist sehr freundlich, hilfsbereit und professionell. Was den Zwischenstop so kurz vor der Heimat auf jeden Fall lohnend gemacht hat, war das Abendessen im Restaurant.

Seit der mecklenburgischen Seenplatte habe ich bei jeder Möglichkeit Zander gegessen und war immer enttäuscht. Im Stadthotel habe ich dann endlich einen gut zubereiteten Zander gekriegt – ein gelungener Abschluss der Handbike – Tour.

Wir werden das Restaurant sicher auch noch mal von Berlin aus ansteuern, es lohnt sich auf jeden Fall.

Vosskanal

Vosskanal

 

Tour Tag 11: Auf flacher Strecke nach Zehdenick

Brandenburg – eine Strecke für Flachlandtiroler

Ab Fürstenberg wird die Strecke deutlich flacher und war für uns Flachlandtiroler bei großer Hitze angenehm zu fahren. Angenehm war auch, dass der Radweg häufig durch den Wald und an Seen entlang führt, was zu häufigen Pausen eingeladen hat, zumal die Etappe nicht lang war, so dass wir nicht hetzen mussten.

Erwähnenswert ist noch die hervorragende Versorgung mit Blau- und Brombeeren am Wegesrand, wenn Ihr im August da seid. Lecker.

Biergarten am Wallapoint bei Zehdenick

Beste Pausenversorgung am Wallapoint

Pause im Biergarten

Weil es wirklich heiß war und wir Zeit totzuschlagen hatten, damit wir nicht zu früh im nächsten Hotel ankamen, haben wir eine längere Pause im Biergarten des Wallapoint eingelegt – direkt an der Havel gelegen und unbedingt empfehlenswert.

Hacker rudelweise in Mildenberg

Weiter ging es dann durch die wunderschöne Tonstichlandschaft Richtung Mildenberg. Hier bot sich dann im Ziegeleipark eine Attraktion der etwas anderen Art: Es wurde gerade für das Chaos Communication Camp 2015 aufgebaut, entsprechend interessante Leute liefen rum, die sich sehr für die Technik unserer Handbikes interessierten. Sehr offene und sympathische Menschen.

Man wollte uns auch gleich für die nächste Ausgabe des Camps gewinnen – das schwache Argument, dass ich schon froh bin, wenn ich beim Computer den Anschaltknopf finde, galt da nicht. Mal sehen…

Übernachtung im Havelschloss Zehdenick

Zimmer im Havelschloss Zehdenick

Zimmer im Havelschloss

In Zehdenick hatten wir ein Zimmer im Havelschloss gebucht – und bekamen ein ganzes Appartment mit kleiner Küche und enorm viel Platz. Leider ist das Bad nicht barrierefrei, ansonsten ist das Havelschloss auch zu empfehlen – besonders wegen der sehr netten Besitzerfamilie.

Bad im Havelschloss Zehdenick

Wermutstropfen: Das Bad im Havelschloss

Tour Tag 10: Wie man 50 % des Radweges umfährt

Huckelpiste? Nein danke!

Die erste Hälfte des Radweges von Neustrelitz nach Fürstenberg ist laut Reiseführer von unbefestigtenen und für Anhänger zu engen Pfaden bzw. laut Internet von Strecken geprägt, die  nur von erfahrenen Mountainbikern mit Spaß befahren werden können. Das klang nicht so, als ob wir mit Handbikes und Anhängern große Chancen haben würden. Insofern waren wir hier hauptsächlich damit beschäftigt, Umfahrungen zu finden.

Rennstrecke und Verfahrpotential

Zwischen Wesenberg und Wustrow bedeutete das leider, dass wir auf der recht gut befahrenen Bundesstraße unterwegs waren, mit Autofahrern, die uns sportlich auf der kurvigen Strecke überholt haben. Zwischen Wustrow und Strasen haben wir dann man wieder ein paar Bonuskilometer gedreht, wir fanden die Beschilderung der Straße nicht unbedingt eindeutig. War ja aber auch nicht der Originalradweg.

Wer die Umfahrung auch nimmt: In Wustrow müsst Ihr links auf die Kopfsteinpflasterstraße abbiegen, nicht auf dem schönen Asphalt weiterfahren…

Urwald vor Fürstenberg

„Urwald“ vor Fürstenberg

Teil 2 der Strecke – zum Glück wieder Radweg

Ab Strasen ging es dann wieder auf dem Originalweg wieder, der ab da gut befahrbar und landschaftlich schön ist.

Übernachtung: Jugendherberge Ravensbrück

Übernachtet haben wir diesmal in der Jugendherberge Ravensbrück. Es ist klar, dass eine Jugenherberge kein Hotel ist, den Unterschied merkt man ja auch am Preis, unser Zimmer war aber groß, sehr sauber und wirklich rollstuhlgerecht, außerdem waren sowohl die Herbergsmutter als auch der „Putzmann“ sehr nett, auch hier wieder eine Empfehlung.

Die Jugendherberge grenzt direkt an die Gedenkstätte Ravensbrück, eine Übernachtung kann also gut mit einem Besuch der Gedenkstätte verbunden werden. Es lohnt sich, ist aber sehr bedrückend.

Gegessen haben wir in Fürstenberg am Yachthafen, das Essen ging so, man sitzt da aber sehr schön am Wasser.

Tour Tag 9: Schöne Landschaft in der mecklenburgischen Seenplatte

Schöne Landschaft in der mecklenburgischen Seenplatte

Vom Radlon mit gutem Frühstück und von der angeschlossenen Radstation mit Ersatzteilen und frischer Luft auf den Reifen versorgt, ging es weiter durch die Mecklenburgische Seenplatte nach Neustrelitz.

Landschaftlich ist die Etappe wieder wunderschön, allerdings weiterhin recht hügelig. Links und rechts des Weges gibt es, dem Namen der Landschaft angemessen, schöne klare Seen und viel Wald im Nationalpark, was uns bei dem hochsommerlichen Wetter angenehmen Schatten beim Fahren gespendet hat. Die Dichte von seltenen Pflanzen und Tieren entlang der Strecke ist weiterhin hoch, also nicht zu schnell durch fahren!

Für Berliner ein Muss: Havelquelle

Stele Havelquelle

Diese Städte liegen an der Havel

Auf diesem Streckenabschnitt liegt bei Ankershagen die Havelquelle, der wir als Berliner natürlich einen Besuch abstatten mussten (ca. 1 km über einen Waldweg, problemlos befahrbar). Die Quelle ist auch ein schöner Ort für eine Mittagspause.

Havelquelle

Noch unspektakulär: die Baby-Havel

 

 

 

 

Nach einigen wieder recht anstrengenden kleinen Anstiegen erreichten wir Neustrelitz, eine schön restaurierte Kleinstadt.

Hotel Alter Kornspeicher in Neustrelitz

Das Hotel Alter Kornspeicher, das wir hier gebucht hatten, sorgte mit sehr freundlichem Service und einem unglaublich schönen Zimmer mal wieder für einen Wow-Effekt.

Zimmer im Hotel Kornspeicher

Zimmer im Hotel Kornspeicher

Das Abendessen im Hotelrestaurant war in Ordnung, reichte aber nicht ganz an den Standard des Zimmers heran. Das Frühstück war wiederum hervorragend. Alles in allem ist auch dieses Hotel wieder eine volle Empfehlung.

Tour Tag 8: Durch die mecklenburgische Schweiz nach Waren

Navigationshilfe aus Gremmelin

Nach der wenig erbaulichen Hinfahrt zum Gut Gremmelin haben wir uns von der sehr hilfsbereiten Rezeption einen deutlich besseren Rückweg erklären lassen. Außerdem haben wir auch ein Karte der Region bekommen, so dass wir den Weg nach Waren problemlos antreten konnten.

Reden wir übers Wetter…

444,4 km auf der Uhr

Zum Schnapszahl fotografieren hat es gereicht

Der achte Tag unserer Handbike – Tour war der einzige, an dem das Wetter etwas weniger schön war. Auch wenn der Nieselregen nie gereicht hat, um die Regensachen rauszuholen, zum Fotografieren hatte ich keine Lust…

Mecklenburgische Schweiz im Nieselregen

Der Radweg ist problemlos befahrbar und gut ausgeschildert, allerdings wurde uns auch klar, warum die mecklenburgische Schweiz nicht mecklenburgische Tiefebene heißt – es ist schon ganz schön hügelig, mit den entsprechenden Grip – Problemen bei nassem Untergrund. Alles in allem sind wir aber mit dem Handbike gut durchgekommen.

Vor Loppin führt der Radweg ca. 7 km über unbefestigte Wege durch den Wald. Die Waldwege sind zwar halbwegs gut befahrbar, man kommt aber doch deutlich langsamer und mühsamer voran, als auf Asphalt, das sollte man einplanen.

Umfahrung bei Jabel

In Loppin führt der Radweg rechts lang. Um den (laut Reiseführer) steilen Anstieg auf einem unbefestigten Weg vor Jabel zu umgehen, sind wir hier links abgebogen und haben das Stück auf der Landstraße über Kleeberg nach Jabel umfahren. Das war landschaftlich auch schön und hat gut geklappt, die Straße ist kaum befahren. Die Umfahrung ist also durchaus nachahmenswert.

Hotel: Radlon in Waren an der Müritz

In Waren selbst haben wir im Hotel Radlon übernachtet. Das Radlon ist, wie der Name ja schon vermuten lässt, auf Radtouristen ausgerichtet. Im Radlon gibt es schöne barrierefreie Zimmer mit Balkon und Seeblick, einen integrierten Fahrradverleih, wo man auch Ersatzteile kaufen kann, und sehr freundliches und hilfsbereites Personal. Also wieder eine Empfehlung für dieses Hotel.

Blick vom Balkon im Radlon Waren

Blick vom Balkon im Radlon

Waren an der Müritz: einen Besuch wert

Waren an der Müritz ist auch einen Besuch wert, die Altstadt ist schön restauriert und touristisch ganz gut erschlossen, man sollte sich abends einen Stadtbummel gönnen. Den sollte man auch mit dem Abendessen verbinden, denn im Radlon gibt es nur tagsüber etwas zu essen. Da das Hotel aber wirklich zentral in Waren gelegen ist, ist die abendliche Nahrungsbeschaffung kein Problem.

Tour Tag 7: Mit dem Fahrrad durch die Wüste… nach Gremmelin

Am siebten Tag der Radtour mussten wir die Strecke abändern, weil wir am Radweg einfach keine rollstuhlgerechte Unterkunft finden konnten. Der Vollständigkeit halber: Das Kurhaus am Inselsee hat wohl barrierefreie Zimmer, war aber bei unserer Planung im Februar schon ausgebucht, also seid da besser früh dran mit Anfragen!

Unser Plan B war dann Gut Gremmelin, etwa 10 km von Güstrow entfernt gelegen.

Storch bei Rostock

Mecklenburgische Fauna I

Der Radweg von Rostock nach Güstrow hat uns sehr gut gefallen, man fährt durchweg auf gut ausgebauten Nebenstraßen mit wenig Verkehr oder auf Radwegen, die Landschaft ist wunderschön, es gibt viele Tiere und Pflanzen zu sehen (hervorzuheben sind hier viele Störche sowie Mirabellen am Wegesrand, letztere sind auch vom Rollstuhl aus zu pflücken). Auch die Beschilderung ist hier lückenlos, so dass man unbeschwert die Landschaft genießen kann.

Mirabellen bei Rostock

Vitamine am Wegesrand

Für die paar Kilometer von Güstrow nach Gremmelin wollten wir uns dann, sparsam (oder geizig, wie sich dann rausstellen sollte) wie wir sind, keine extra Karte kaufen und wollten nach Google Maps fahren. Tja, das war letztendlich deutlich am falschen Ende gespart. Google und Güstrow sind sich in den Straßennamen offenbar nicht einig, so dass wir ungefähr eine Stunde

Kamel bei Güstrow

Mecklenburgische Fauna II

durch Güstrow gekreist sind, auf der Suche nach einer Straße, die es nicht gibt (logisch, dass uns da die Einheimischen auch nicht so weiterhelfen konnten).

Nachdem das Rätsel gelöst war, bekamen wir zu spüren, was Google so alles für einen Radweg hält. Sandpisten, bei über 30 °C im Schatten, mit Hügeln und tiefem Sand… eigentlich nichts, was mit Handbikes und Anhängern machbar ist. Kein Empfang, um per Handy nach Alternativen zu suchen… Was uns gerettet hat, war meine Kühlweste und die Alternativlosigkeit.

Zusammengefasst: Wenn Ihr in Gremmelin übernachten wollt: Egal was Google sagt, fahrt! nicht! über! Kussow!!! Um etwas konstruktiver zu sein: fahrt an der B 104 Richtung Kluess aus Güstrow raus, nachdem Ihr die Autobahn gequert habt, links abbiegen und über Reinshagen nach Gremmelin fahren.

Einfahrt Gremmelin

Geschafft!

Wir sind dann auch angekommen in Gut Gremmelin, und die Strapazen haben sich gelohnt. Gut Gremmelin ist ein sehr liebevoll als Hotel restauriertes Gut, mit Zimmern, die für Rollstuhlfahrer gut geeignet sind. Für den gebotenen Standard sind die Preise zudem sehr moderat. Und das zugehörige Restaurant wird nicht ohne Grund vom Guide Michelin empfohlen, das Abendessen war wirklich vom Allerfeinsten. Spart zur Not ein halbes Jahr darauf, aber esst da!

Der Vollständigkeit halber: Das Frühstück in Gut Gremmelin ist lecker und das Personal zuvorkommend und hilfsbereit. Noch eine uneingeschränkte Empfehlung.

 

 

Tour Tag 6: Chaos-Tag nach Rostock

Fähre fahren mit Hindernissen

„Das wird ein Pausentag, nur etwas über 30 km und zwei Stunden Schiff fahren.“ So gingen wir den Transit von Marielyst nach Rostock an. Bis zum Fährhafen Gedser stimmte das auch, die Strecke von Marielyst nach Gedser war einfach unspektakulär. Und ich hatte geschworen, dass Fähre fahren mit Fahrrädern ohne Reservierung problemlos klappt, man kann einfach, wenn man am Hafen ankommt, Tickets kaufen und rollt aufs Schiff.

Grundsätzlich würde ich das auch weiter schwören. Ich würde allerdings trotzdem

kaputter scandlines automat

Das ganze Problem in einem Bild

dringend empfehlen, Tickets vorab bei Scandlines zu kaufen. Wir hatten nämlich das Problem, dass der einzig funktionierende Ticketautomat nur Bargeld nahm. Und zwar dänische Kronen.

In Dänemark bezahlt niemand bar, da wird sogar das Eis per Kreditkarte bezahlt… und wir hatten unsere Kronen längst ausgegeben, wer fährt schon mit Fremdgeld zurück nach Deutschland.

Nun ist es so, dass der Hafen Gedser menschenleer ist. Niemand da, den man fragen könnte, ob es Alternativen gibt, keiner, den man fragen könnte, wo der nächste Geldautomat ist…

Dank dänischer Hilfsbereitschaft klappt alles

Also zurück nach Gedser City, um nach Geldautomaten zu fragen. Gibt es da keinen. Doof. Uns wurde dann bei wachsender Verzweiflung sehr unbürokratisch geholfen, Danke an die Betreffenden!

Mit ausreichend Bargeld versorgt und erfolgreich besorgten Tickets ging es dann recht problemlos auf die Fähre, wir parkten dann gemütlich zwischen LKW und Reisebussen, damit wir es nicht so weit zum Aufzug haben. Die Überfahrt selber war auch unspektakulär, schade war, dass wir nicht ins Freie konnten, der Lift geht nur bis zu den unteren Decks.

Kreuz und quer durch Rostock

In Rostock angekommen wollten wir nach dem Tickettheater eigentlich nur noch ins Hotel… tja, das war ohne Stadtplan gar nicht so einfach. Wir hatten dank Google eine grobe Ahnung von der Richtung und sind da hingefahren. Da wir das Hotel Sportforum gebucht hatten, das direkt am Ostseestadion liegt, dachten wir, dass das Stadion schon ausgeschildert sein würde. War es nicht. Zwei Einheimische, die wir nach dem Weg gefragt haben, haben wir offenbar falsch verstanden (Mühe haben sie sich gegeben, keine Frage!), so dass wir noch 15 km durch Rostock gekreist sind, ehe wir im Hotel gelandet sind.

Hotel am Sportforum Rostock: echt barrierefrei

Hotel am Sportforum Rostock

Die Deko im Zimmer stimmt

Das war dann aber ein Volltreffer, das erste wirklich komplett rollstuhlgerechte Zimmer der Reise. Es ist zu merken, dass man sich hier wirklich um Barrierefreiheit bemüht. Das Restaurant im Hotel bietet keine kulinarische Offenbarung, wenn man Hunger hat und nicht mehr weg will, ist es aber OK. Das Frühstück passt für den Preis. Außerdem merkt man hier, dass auch im Service Inklusion gelebt wird. Alles in Allem unbedingt eine Übernachtungsempfehlung.

Tour Tag 5: Der perfekte Tag – Marielyst

Nach dem eher durchwachsenen Tag auf Møn ging es weiter nach Marielyst. Um Hügel- und Schilderprobleme auf Møn zu umgehen, haben wir uns für den Anfang für die Memmenroute auf der Bundesstraße 287 nach Bogø entschieden und diese Entscheidung nicht bereut. Die Straße war nur relativ schwach befahren (vielleicht hatten wir hier auch nur Glück…) und hat nur seichte Steigungen, die Landschaft ist trotz Bundesstraße schön.

Verpasst haben wir ein paar Hügelgräber an der Originalstrecke, aber das sind nach Schiffe_Hafenden Erfahrungen einer Hügelgrabkennerin halt… Hügel. Dass das ein

Warten auf die Fähre in Bogo

Warten auf die Fähre in Bogø

Hügelgrab ist, erschließt sich dann aus den Erklärtafeln. Ohne Probleme und bei optimalem Radfahrwetter erreichten wir Bogø, von wo man mit einer kleinen Fähre nach Stubbekøbing übersetzt.

Hier hatten wir dann unsere Frühstückspause, denn die Fähre fährt stündlich und wir haben sie gerade abfahre sehen. Auf die Fähre kommt man auch mit dem Handbike problemlos und ist nach einer kurzen Fahrt über den Grønsund in Stubbekøbing.

Allee auf dem Weg nach MarielystAb hier wird es dann richtig schön. Der Radweg führt lange Zeit direkt an der Küste entlang, teilweise durch schöne Alleen. Die Wege sind teilweise geschottert, aber gut befahrbar, die Anstiege flach. Später geht es dann durch sehr urtümliche Mischwälder, auch überwiegend auf unbefestigten Wegen, die aber weiterhin gut befahrbar sind.

Der Weg geht größtenteils weiter nahe der Küste entlang, so dass man durch die Bäume immer wieder Blicke aufs Meer erhaschen kann – einfach schön. Angenehmer Nebeneffekt ist, dass man (bei gutem Wetter) die Mittagshitze im Wald verbringt, für die hitzeempfindlichen ein großer Vorteil.

Boot auf dem Weg nach MarielystBei Ulslev geht der reguläre Radweg Nr. 9 weiter nach Nykøbing, während Radweg Nr. 8, der bisher parallel gelaufen ist, nach Marielyst abzweigt. Da unsere heutige Unterkunft in Marielyst liegt, folgen wir ab hier Radweg Nr. 8, der ab dem Abzweig eher unspektakulär ist.

Selbst die Unterkunft begeistert uns an diesem rundum gelungenen Tag. Gebucht haben wir Bed & Breakfast im Oldfruen, bekommen haben wir ein halbwegs zugängliches, sehr geräumiges

Appartement im Oldfruen in Marielyst

Appartement im Oldfruen

Apartment mit kleiner Küche und Terrasse zu einem verhältnismäßig günstigen Preis. Halbwegs zugänglich wegen des tiefen Schotters vor dem Eingang und der hohen Schwelle vor der Tür, die man am Besten mit dem Bike überwindet (das geht aber problemlos), im Apartment ist alles kein Problem.

Hier also eine klare Empfehlung, hier könnte man es auch länger zum Urlaub aushalten, zumal Marielyst DAS Badeparadies von Dänemark ist…

Tour Tag 4: Tour de Møn (Bergetappe)

Der Plan: Møns Klint

Der Plan war gut: zwei Nächte in Stege übernachten, um Zeit zu haben, die Halbinsel Møn zu erkunden. Highlight sollten hier die Kreidefelsen Møns Klint sein. Die haben wir also als Ziel auserkoren.

Der Weg: Eine einzige Bergetappe

Hügel auf Mon

Noch’n Hügel

Der Weg ging zwar sehr malerisch auf ruhigen Wegen durch idyllische Felder, leider hatten wir aber auch wieder mit recht steilen Anstiegen samt Gegenwind zu tun. Ohne Radstandsverlängerung wäre hier nichts gegangen, und auch über die Motorunterstützung waren wir sehr froh, obwohl wir ja ohne Gepäck unterwegs waren.

Møns Klint: War nix

Zu den Kreidefelsen haben wir es letztendlich nicht geschafft. Zum Schluss teilt sich der Weg in einen Weg für Fahrräder und Fußgänger und einen für Autos auf. Brav nahmen wir den für Fahrräder und standen recht bald vor einer Steigung, die auf dem unbefestigten Weg auch mit Radstandsverlängerung, Motor und dem besten Willen nicht mehr zu machen war.

Da wir keinen dringenden Bedarf mehr verspürt haben, uns in die Autokarawane einzureihen und uns auf der Straße den Berg hochzuquälen, haben wir auf Møns Klint verzichtet.

Wenn Ihr sie sehen wollt, fahrt lieber mit dem Bus zu Møns Klint, oder Ihr versucht auf die letzten Meter die Straße, da wissen wir aber nicht, ob das funktioniert.

Schild Ostersoradweg

Schild 1 deutet direkt auf…

Hübscher Rückweg: War auch nix

Nun wollten wir ja wenigstens noch einen landschaftlich schönen Rückweg nehmen… da ist uns dann mal wieder

Schild Sackgasse

Schild 2. Nr. 2 hat Recht.

die extravagante Beschilderung dazwischen gekommen. Nur soviel: Wenn Ihr den Østersøradweg nehmt, das Schild in einen Feldweg führt und Ihr gleichzeitig ein Sackgassenschild seht, glaubt dem letzteren. Das erspart Euch viel Geholper, einen Weg, auf dem Ihr früher oder später garantiert nicht mehr weiter kommt, und einen Rückweg, bei dem das Ganze dann auch noch bergauf geht…

Abendessen: War gut

Nach diesem höchst erfolgreichen Tag haben wir zumindest gut gegessen: Gleich ums Eck vom Motel Stege ist das Hotel Møen, in dessen Hinterhof man sehr schön sitzt. Machbar leider nur bei schönem Wetter, als Rollstuhlfahrer kommt man, soweit wir gesehen haben, nicht rein. Das Essen war aber wirklich lecker. Wenn Euch das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht, ist das Hotel Møen sehr zu empfehlen.

 

 

Page 1 of 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén